Wenn ...
- Deutschland Israels zweit wichtigster Lieferant für die Waffen beim Völkermord in Gaza ist,
- Deutschland versucht, Netanyahus Kopf vor dem Internationalen Gerichtshof zu retten,
- Friedrich Merz im Wahlkampf einen vom IStGH steckbrieflich gesuchten Kriegsverbrecher als Staatsgast willkommen erklärt,
- Der Internationale Gerichtshof (der Vereinten Nationen) auf Antrag von Südafrika und anderen Ländern gegen Israel wegen Völkermord ermittelt,
dann reagieren deutsche Politiker etwas seltsam, wenn ihnen jemand die Maske vom Gesicht reißt: der Heuchler verlässt den Saal bei der Abschluss-Gala. Was ist passiert?
Der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib wird für seinen Film "Chronicles from the Siege" (Tagebuch der Besatzung) geehrt und lobt - während eine Palästina-Fahne hochgehalten wird - die Bundesregierung als "Partner des Völkermords". Und er versprach: "Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war."
Der Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verlässt die Veranstaltung. Neben vielen anderen Schnutten vermeldet der CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann fand absolut inakzeptablen "Völkermord-Vorwürfen, antisemitischen Ausfällen und Drohungen gegen Deutschland auf der Berlinale".
Unter normal-intelligenten Menschen sprechen wir von Kritik und ist laut Artikel 5 Grundgesetz geschützt. Und strafbar ist es auch nicht - noch nicht. Also verstehen Sie, warum der Schneider aus dem Saal rennt?
Ja wenn man plötzlich erkennt, dass man nackt ist, dann sollte man schnellstens einen Kleiderladen aufsuchen. Wir lassen das unter
Antisemitismus - eine Methode laufen.
Das Gesicht des Antisemitenjägers finden Sie rechts.
Dabei sollte Film-Gott Wim Wenders alles so schön still ohne Polit-Getöse abwickeln, nachdem schon die letzte Berlinale Nr. 75 so richtig in die Hose ging. Bei der Eröffnungspressekonferenz am 12. Februar forderte er eine Trennung von Kunst und Tagespolitik. Das Kino müsse ein Gegengewicht zur Politik bilden, statt deren Sprachrohr zu sein. Dagegen positionierten sich über 100 Festival-Teilnehmer in einem offenen Brief, in dem sie das angebliche “Schweigen” des Festivals in Bezug auf den Gaza-Konflikt und die “Zensur” von Künstlern, die sich zu Wort gemeldet haben, verurteilen. Den Brief finden Sie unten in den Quellen.
In dem offenen Brief behaupten die Unterzeichner, dass sie “völlig anderer Meinung” seien als Wenders Ansichten zum Filmemachen und zur Politik. “Man kann das eine nicht vom anderen trennen,” sagen sie und fügen hinzu, dass sich das “Blatt in der internationalen Filmwelt ändert,” und verweisen auf die Weigerung von mehr als 5.000 Filmarbeitern darunter mehrere große Namen aus Hollywood, mit “mitschuldigen israelischen Filmgesellschaften und Institutionen zusammenzuarbeiten.” (Zitat Variety)
Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy sagte ihre Teilnahme an den Filmfestspielen schon vorher ab. Sie kritisierte die Weigerung zur politischen Parteinahme als moralisches Versagen.
Quellen:
- Foto-Nachweis: Von Foto-AG Gymnasium Melle - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35298358
tagesschau.de
Variety