Foto-AG Gymnasium Melle - Eigenes Werk, CC BY 3.0, ID=35298358

Wenn ...

  1. Deutschland  Israels zweit wichtigster Lieferant für die Waffen beim Völkermord in Gaza ist, 
  2. Deutschland auf diplomatischer Ebene versucht den Internationalen Strafgerichtshof als nicht zuständig zu erklären für Palästina/Israel,
  3. Friedrich Merz im Wahlkampf einen vom IStGH steckbrieflich gesuchten Kriegsverbrecher aus Israel als Staatsgast willkommen erklärt,

dann reagieren deutsche Politiker etwas seltsam, wenn ihnen jemand die Maske vom Gesicht reißt: der Heuchler verlässt den Saal bei der Abschluss-Gala. Was ist passiert?

Der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Al-Khatib wird für seinen Film "Chronicles from the Siege" (Tagebuch der Besatzung) geehrt und spricht über Palästina und Israel. Abdallah Al-Khatib trug auf der Bühne eine Kuffiya und es wurden Palästina-Fahnen gezeigt. Er sprach über den Völkermord an den Palästinensern und beschuldigte Deutschland der Mittäterschaft.

Über Juden sagte er gar nichts!

Und das zeigt, worum es hier geht. Nichts von allem war antisemitisch gegen Juden gerichtet, weil sie Juden sind. Lesen Sie hier   Antisemitismus - Versuch einer Definition und zur Abgrenzung der Begriffe "antisemitisch", "antizionistisch", "antiisraelisch" den Artikel  Die Mathematik und der Antisemitismus.

Die Intellektuellen-Postille BILD - frei jeglicher Differenzierungsfähigkeit: "Während viele Schauspieler beim Thema Israel-Hass oder Antisemitismus schweigen, mit den Schultern zucken oder sogar Sympathie bekunden, erhebt Uschi Glas einmal mehr ihre Stimme.  

Am deutlichsten zum Ausdruck kommt dieses intellektuelle Versagen bei Henrik M. Broder, der die relevanten Begriffe in einem Satz nebeneinander, beliebig austauschbar verwendet:
"Alles, was diese Stadt auszeichnet ist eine Nachlässigkeit und Schlampigkeit und gerade im Kulturbetrieb können sie es sich genau ansehen: man ist z. B. gegen Israelhass, gegen Judenhass gegen Antisemitismus, bietet aber Israelhass, Judenhass, Antisemitismus eine Bühne." Ungenauer könnte man es nicht sagen: er verwendet "man" statt zu sagen "X ist ein Antisemit". Letzteres muss er vermeiden, da er sonst eine Beleidigungsklage riskiert und die Begriffe  "Israelhass", "Judenhass" und "Antisemitismus" sind für bedeutungsgleich.   

Auch der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker hetzt gegen Palästina-Solidarität: „Die Festivalleitung der Berlinale sollte mehr Energie für die Abwehr von Judenhass aufbringen, als für dessen Ermöglichung.

Auch der Deutschlandfunk macht mit und titelt: "Zentralrat der Juden fassungslos nach Antisemitismus-Vorfall
Der Zentralrat der Juden hat sich erschüttert über israelfeindliche Äußerungen auf dem Filmfestival Berlinale geäußert."
Auch hier ist der Mangel an sprachlicher Präzision das Werkzeug politischer Denunziation: israelfeindliche Äußerungen sind Antisemitismus. Der Zweck ist offensichtlich: der Kritiker soll mundtot gemacht werden.  

Und hier finden Sie die Rede von Abdallah Al-Khatib

Intellektuelles Versagen offenbarten:

  1. Henrik M. Broder in WELT
  2. tagesschau.de  
  3. BR24 Kultur
  4. Deutschlandfunk
  5. Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker

Quellen:

  1. Foto-Nachweis: Von Foto-AG Gymnasium Melle - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35298358
  2. Rede von Abdallah  Al-Khatib:  https://www.youtube.com/shorts/a20Ho51svjM
  3. tagesschau.de
  4. Variety
  5. Henryk M. Broder in WELT.de